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BEITRAG VOM 06.04.2009

SAP AMI:
Integration von intelligenten Zählern in das SAP-IS-U-System zur Unterstützung von Smart Metering

Umweltbewusste Energieerzeugung ist heute eines der dringlichsten Themen. In Zeiten des Klimawandels ist der Energiemarkt zu mehr Energieeffizienz verpflichtet. Gleichzeitig müssen Energieunternehmen aufgrund des zunehmenden Wettbewerbs ihre Prozesseffizienz steigern. Beides lässt sich durch die vollständige Integration intelligenter Zähler (Smart Meter) in die Messstellenprozesse erreichen. Die bisherige, mechanische Messinfrastruktur ist diesen neuen Anforderungen nicht gewachsen. Gesetzlicher Hintergrund ist die im § 21b EnWG und der Messzugangsverordnung (MessZV) beschlossene Deregulierung des Messstellenbetriebs und der Messdienstleistung. Das Wichtigste: Vom Einsatz intelligenter Messsysteme profitieren Versorger wie Verbraucher.

Der intelligente Zähler misst in Echtzeit die Leistung sämtlicher elektrischer Geräte im Haushalt – ob Kühlschrank, Hifi-Anlage oder Fernseher. Die Zählerdaten können über eine eigene Software auf vielfältige Weise ausgewertet und analysiert werden. Sie werden per Internet an den Stromanbieter übermittelt. Über ein Internet-Interface kann der Kunde anschließend auf seine Verbrauchsdaten zugreifen und sie analysieren.

Die neueste Generation von Messstellensystemen wird als Advanced Metering Infrastructure (AMI) bezeichnet. Sie bietet eine Architektur zum prozessorientierten, bidirektionalen Datenaustausch zwischen Messstellen und ERP-Systemen und ermöglicht so die ganzheitliche Integration des Messwesens.

Mit dem im Juli 2007 erschienenen zweiten Erweiterungspaket (EhP2) führt SAP die AMI Enterprise Services für die NetWeaver Plattform ein. Ein Überblick der daraus entstehenden Architektur lässt sich aus der folgenden Abbildung gewinnen.

AMI-Architektur

Abbildung: Architekturüberblick zur Integration der Smart Meter in das SAP IS-U.


Die Smart Meter sind ggf. über einen zwischengeschalteten Konzentrator (K) mit dem AMI-System verbunden. Über dieses kommunizieren sie mit dem Meter Data Unification & Synchronisation System (MDUS), welches die Zählerdaten konsolidiert, aggregiert und mit anderen Systemen austauscht. Dies ermöglicht die Anbindung verschiedenster Applikationen bis hin zu Blackberry und iPhone. Dadurch kann der Kunde z. B. seinen aktuellen Stromverbrauch auch von unterwegs aus beobachten. Zusätzlich lassen sich Steuerbefehle an das Heimnetzwerk senden (z. B. Aktivierung Profilen für den sparsamen Urlaubsbetrieb). Die nebenstehende Abbildung zeigt einen möglichen Anwendungsfall auf einem iPhone. Für Energieversorger interessant: Auch andere Applikationen, z. B. zur dynamischen Preisbildung in Abhängigkeit von Nachfrage und aktuellen Börsenpreisen auf dem Energiemarkt, können an das MDUS-System angebunden werden.

Folgende Funktionen werden angeboten:

  • Hoch- und Herunterladen von Profilen
  • Senden von Steuerbefehlen (z. B. zum Ab- und Anschalten eines Anschlusses)
  • Austausch von technischen Stammdaten (z. B. separate Messung von Tag- und Nachtverbrauch)
Das Herunterladen von Profilen macht den Prozess des Zählerstandauslesens effizienter – sowohl was den Zeit- als auch was den Kostenfaktor angeht. Dadurch wird nicht nur eine auf dem tatsächlichen Verbrauch basierende Abrechnung ermöglicht, sondern es lässt sich auch eine genauere Prognose des zukünftigen Energiebedarfs erstellen. Darüber hinaus gewährleistet das Hochladen von Profilen die vom Gesetzgeber geforderte lastabhängige Tarifgestaltung. Zudem ergeben sich verbesserte Möglichkeiten der Energieberatung. Durch die Möglichkeit, Steuerbefehle direkt an die Messstellen zu senden, lässt sich auch der Prozess des Ab- und Anschaltens von Anschlüssen optimieren, da die Entsendung eines Servicemitarbeiters zur Anschlussstelle entfallen kann.

Vorteile des AMI-Systems in den folgenden Bereichen:

  • Abrechnung und Kundenservice
    • Automatisiertes Auslesen von Verbrauchs- und Energiedaten vieler Kunden (z. B. im Rahmen von Turnus- und Zwischenerfassungen, sowie Sondererfassungen in Folge eines Ein- oder Auszugs)
    • Sperrung, Entsperrung und Durchsatzbegrenzung des Anschlusses
    • Erkennung von Verfälschungen, Ungereimtheiten und Diebstahl beim Kunden
    • Messdienstleistungen im Auftrag anderer Versorger
  • Verbindung zum Kunden
    • Kunde richtet sein Verbrauchsverhalten nach einem Preis- oder Netzsignal (Energieversorger schickt über smart die Information, dass in einem bestimmten Intervall besonders günstige Preise angeboten werden können)
    • Kunde liest Energieverbrauch und -kosten auf dem Homedisplay
    • Drittanbieter nutzen AMI-System, um Mehrwertdienstleistungen anzubieten
  • Lieferung
    • Begrenzung des Kundenverbrauches für die Netzsteuerung
    • Optimierung der Netznutzung aufgrund der gesammelten Daten
    • Verteilte Erzeugung durch Kunden (Photovoltaik)
    • Lokalisierung von Ausfällen und schnelle Wiederherstellung
  • Energie-Einkauf
    • Beschaffung und Handeln von Energie auf Basis der AMI-Daten
    • Echtzeitprozesse zur Verbrauchsbegrenzung aus wirtschaftlichen Gründen
  • Außendienst und Systemwiederherstellung
    • AMI-Systeme stellen nach einem Stromausfall oder Gerätefehler die Kommunikation wieder her.
  • Installation und Wartung
    • Installation und Konfiguration der AMI-Systeme
    • Erweiterung der AMI-Systeme für zukünftige Funktionen
bpc beschäftigt sich seit Jahren mit Kundenservice- und Abrechnungsprozessen sowie den entsprechenden Technologien (SAP IS-U, EDM, etc.) in der Versorgungswirtschaft. Wir beschäftigen uns mit zukunftsweisenden Trends und Technologien, um unsere Kunden möglichst früh auf Optimierungspotenziale aufmerksam zu machen und ggf. Stolpersteine und Hürden zu kennzeichnen. Als einer der ersten Anbieter haben wir für ca. 1000 Pilotkunden ein Smart Metering Cockpit produktiv gesetzt und sind an weiteren Projekten beteiligt.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Benötigen Sie weitere Informationen? Dann nehmen Sie einfach Kontakt zu uns auf.


Ihr Ansprechpartner:
 
Tobias Zierau
Tel.: 040/30 37 52-0
Fax.: 040/30 37 52-77
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